Schutzwohnung

Die Schutzwohnung richtet sich an Sexarbeiterinnen ohne festen oder gesicherten Wohnraum, die nicht die Voraussetzungen für eine Unterbringung in anderen Schutzeinrichtungen erfüllen und aus gesundheitlichen oder psychosozialen Gründen die Möglichkeit eines Rückzugsortes benötigen. Zudem kann die Schutzwohnung als Clearingstelle in Krisen genutzt werden.  

Gründe für die Aufnahme können sein: 

  • Genesung von medizinischen Eingriffen 
  • Erholung von psychisch belastenden Situationen 
  • Rückzugsort für Entscheidungen ohne Druck durch Dritte 
  • Übergang zur Weitervermittlung in andere Hilfesysteme 

Klientinnen in der Schutzwohnung werden intensiv betreut. Die Mitarbeiter*innen von Leila bieten Beratung, sowie praktische und begleitende Angebote. Ziel ist es, die individuelle Situation der Sexarbeiterinnen zu verbessern. Dabei können auch längere Prozesse begleitet und z.B. bei Anzeigewunsch begleitet und unterstützt werden. 

Die Fachberatungsstelle Leila verfügt über ein deutschlandweites professionelles Netzwerk, um bei Bedarf an geeignete Stellen weiterverweisen zu können. 


Arbeitsgrundsätze 

  • Parteilichkeit: Leila setzt sich für die Interessen von Sexarbeiter*innen ein. Dabei werden individuelle Lebensrealitäten und individuelle Bedürfnisse berücksichtigt und Handlungsautonomie gewahrt.  
  • Selbstbestimmung: Die Inhalte der Beratung sowie Angebote werden weitgehend von den Sexarbeitenden selbst vorgegeben. Leila unterstützt die individuellen Entscheidungen und Ressourcen der Sexarbeiter*innen. 
  • Transparenz: Beratungsprozesse und gemachte Angebote müssen den Klient*innen in Einzelschritten nachvollziehbar sein. Die Möglichkeiten und auch Grenzen der Beratung und Betreuung müssen deutlich aufgezeigt werden. 
  • Intersektionalität: Die Beratung erfolgt unter Berücksichtigung migrationsspezifischer und kultureller Hintergründe, sowie der Betroffenheit und Verschränkungen von Diskriminierungsformen. 

Aktuell befindet sich die Schutzwohnung noch im Aufbau. Ein Belegungsstart ist für Spätsommer 2024 geplant.

Ansprechperson für die Schutzwohnung ist Sozialarbeiter*in Jule Meglin. Kontakt: jule.meglin@leipzig.aidshilfe.de